Frauen haben eine andere Anatomie als Männer – das macht sich besonders beim Fahrradfahren bemerkbar. Der entscheidende Faktor beim Kauf eines Damensattels ist neben der Sitzposition vor allem der individuelle Sitzknochenabstand, da dieser bei Frauen in der Regel breiter ausfällt.
Beim Radfahren konzentriert sich der Großteil des Körpergewichts auf die kleine Fläche des Sattels. Bei einem unpassenden Modell führt das schnell zu sogenanntem Sitzstress: schmerzhafte Druckstellen, Reibung oder Taubheitsgefühle im Bereich der Sitzknochen, Genitalien und Weichteile. Da der Schambeinbogen bei Frauen tiefer liegt als bei Männern, werden die empfindlichen Weichteile auf konventionellen Unisex- oder Herren-Sätteln extrem stark belastet.
Die Sitzknochen sind die idealen Belastungspunkte beim Radfahren, da die Druckempfindlichkeit des Gewebes an diesen beiden Stellen besonders gering ist. Ein gut passender Fahrradsattel leitet das Körpergewicht gezielt auf die Sitzknochen um und entlastet das umliegende, schmerzempfindliche Nerven- und Muskelgewebe sowie den Dammbereich.
Der Sitzknochenabstand liegt bei Frauen meist zwischen 10 und 15 Zentimetern. Passt die Breite und Form des Sattels exakt zu diesem Abstand, werden Taubheitsgefühle wirksam vermieden. Viele Markenhersteller bieten ihre Damen-Fahrradsättel deshalb in unterschiedlichen Breiten an.
Neben der Anatomie spielt die Fahrhaltung eine zentrale Rolle: Je sportlicher und geneigter Ihre Sitzposition auf dem Bike ist, desto weiter rutscht der Hauptdruckpunkt nach vorne in Richtung der Schambeinkufen. Aus diesem Grund gibt es speziell abgestimmte Sättel für jeden Einsatzbereich:
Ein Fahrradsattel darf nicht dauerhaft wehtun. Schmerzen und Taubheitsgefühle sollten Sie keinesfalls als gegeben hinnehmen. Zu Saisonbeginn oder bei einem nagelneuen Sattel sind leichte Anpassungsschmerzen normal – das Gewebe benötigt meist ein paar Ausfahrten, um sich wieder an die Druckbelastung zu gewöhnen. Hält der Schmerz jedoch an, passt der Sattel nicht zu Ihrer Anatomie.
Wichtig: Komfort bedeutet nicht automatisch weich!
Sehr weiche Gel- oder Polstersättel sind meist nur für kurze Strecken geeignet. Bei längeren Touren sinken die Sitzknochen so tief in das weiche Polster ein, dass umliegende Nervenstränge und Blutgefäße eingequetscht werden – das führt zu Taubheitsgefühlen. Ein festerer, ergonomisch perfekt angepasster Damensattel bietet auf Strecken ab 30 Minuten deutlich mehr Unterstützung und Fahrspaß!